Die Bienenweide steht in voller Pracht
Je nach Witterung und Jahresverlauf zeigt sich die Bienenweide zwischen Mai und Juni von ihrer schönsten Seite. Meist gibt es nur ein kurzes Zeitfenster von zwei bis drei Wochen, in dem frühjahrs- und sommerblühende Pflanzen gemeinsam in voller Pracht stehen. Dann lohnt sich ein Besuch besonders, um die Bienenweide hautnah zu erleben. Bei Interesse sprecht mich gerne an; ich biete euch gern eine Führung durch die Bienenweide an.
Der Patenschaftstag
Auch in diesem Jahr fand der Blühpaten-Tag wieder an der Bienenweide auf dem Gochfortzberg auf der Grenze zwischen Uedem und Kevelaer auf dem höchsten Punkt der Endmoräne statt. Nach leichtem Nieselregen in der ersten halben Stunde lockerte das Wetter auf, und es wurde noch ein herrlich sonniger Tag. 27 Blühpaten hatten sich angemeldet und informierten sich vor Ort über den aktuellen Stand. Fachliche Unterstützung erhielt ich von unserem Insektenforscher Hermann-Josef Windeln. Wir erläuterten kurz die Entstehungsgeschichte der Bienenweide und wie unsere Zusammenarbeit zustande kam, bevor es in zwei Gruppen auf Entdeckungstour durch die Bienenweide ging. Anschließend gab es Getränke und eine Wurst vom Grill. Ich bedanke mich herzlich für das große Interesse und die netten Gespräche an diesem Tag.
Die Wilde Karde
Die wilde Karde ist besonders bei Hummeln und anderen langrüsseligen Insekten beliebt. Sie blüht auf ungewöhnliche Weise: In der Mitte des Blütenstandes öffnet sich ein Kranz aus kleinen rosa Blüten, der sich teilt und mit der Zeit nach oben und unten wandert. Eine weitere Besonderheit sind die kleinen Becken, die sich durch die Blätter am Stängel bilden. Bei Regen sammelt sich darin Wasser, später auch einige ertrunkene Insekten. Aus dieser Flüssigkeit gewinnt die Karde zusätzliche Nährstoffe, ähnlich wie fleischfressende Pflanzen.
Am Wildbienenhotel
Die Schmalbauchwespe ist ein Brutparasit solitärer Bienen. Sie ist häufig an Nisthilfen zu finden. Zur Fortpflanzung führt die Wespe ihren langen Legestachel in ein Bienennest ein und legt ihr Ei in eine Brutzelle. Die Larve der Schmalbauchwespe setzt sich auf das Bienenei und saugt es aus.
Bestimmte Wildbienen, etwa Scherenbienen oder Löcherbienen, reinigen alte Nester aktiv, um sie erneut zu nutzen. Dabei tragen sie alte Kokons, Müll und Schmutz hinaus, sodass sich am Fuß der Nisthilfen oft kleine Reste ansammeln. In seltenen Fällen räumen sie auch neuere Nester auf. Klassische Mauerbienen schieben alte Überreste dagegen meist nur nach hinten, wodurch der Nistgang mit der Zeit kürzer wird.
Die glänzende Natternkopf-Mauerbiene ist oligolektisch. Diese Wildbiene sammelt Pollen für ihre Brut nur an bestimmten Pflanzen; wie ihr Name verrät,der lilane Natternkopf. Sie nistet in Fels-, Löss- und Lehmwänden, in Totholz und hohlen Stängeln und nutzt auch Nisthilfen aus Hartholz. Ihr Nest verschließt sie mit hartem Mörtel aus Lehm und Sand.
Die Platterbsen-Mörtelbiene benötigt, wie ihr Name vermuten lässt, vor allem Schmetterlingsblütler oder Lippenblütler. Auf der Bienenweide findet sie ebenso wie der Hauhechel-Bläuling im Hornklee eine bevorzugte Nahrungsquelle. Für den Nestbau verwendet sie Mörtel aus Lehm und Sand.
Die Blaue Goldwespe und der Gewöhnliche Trauerschweber sind Parasiten am Wildbienenhotel. Während die Wildbiene Material für ihre Brutzelle sammelt, legen sie dort ihre eigenen Eier ab. Die Larve der Blauen Goldwespe frisst das Wirtsei oder die frisch geschlüpfte Wirtslarve. Die Larve des Trauerschwebers frisst zunächst den Futterbrei der Wirtslarve, bevor sie sich an ihr festsaugt und sie auffrisst.
Giftiges Kraut
Jakobskreuzkraut enthält giftige Alkaloide und Bitterstoffe. Pferdehalter kennen die Pflanze von Wiesen: Dort nehmen Pferde die Bitterstoffe wahr und meiden sie. Beim Heuen verliert die Pflanze jedoch ihre Bitterstoffe; im Heu können die Tiere sie mitfressen, was schwere Vergiftungen bis hin zum Organversagen auslösen kann. Einen natürlichen Gegenspieler hat das JKK im Blutbär, einem schwarz-roten Nachtfalter. Seine Raupen sind auf Jakobskreuzkraut als Wirtspflanze angewiesen.
Auch der Pollen des Jakobskreuzkrauts enthält giftige Alkaloide. Dennoch wird er, wie hier von der Schmalbiene, gesammelt und als Larvenvorrat in die Brutröhre eingebracht. Das Gift des Jakobskreuzkrauts schädigt vor allem die Leber von Säugetieren wie Pferden und Rindern. Insekten besitzen jedoch ein völlig anderes Organsystem und keine Leber.
Auf der Bienenweide
Die gelbbindige Furchenbiene besucht unter anderem die nickende Distel, um Nektar zu sammeln. Ihren Namen verdankt die Pflanze ihrem nach unten geneigten Blütenkopf.
Nicht nur Erdhummeln, Schwebfliegen und Furchenbienen mögen die Königskerze. Auch als Heilpflanze ist sie seit Jahrhunderten von großer Bedeutung: Blütentees wirken bei Erkältungskrankheiten schleimlösend, und der Pflanzensaft unterstützt die Wundheilung.
Das Sechsfleck-Widderchen signalisiert mit seiner rot-schwarzen Kontrastfärbung: Achtung, ich bin giftig. Tatsächlich ist es giftig. Als Wirtspflanze für die Raupen dient unter anderem der Hornklee (Wie auch der Hauhechel-Bläuling oder die Platterbsen-Mörtelbiene). Umgangssprachlich wird dieses Widderchen auch Blutströpfchen genannt; es kommt nur selten vor.
Der Schwalbenschwanz zählt zu den schönsten Tagfaltern. Als Wirtspflanzen benötigt er unter anderem Möhre, Fenchel oder Dill. Die Raupen sind grün gefärbt und tragen schwarz-rote, gepunktete Querstreifen. Bei Gefahr stülpen sie eine orangefarbene Nackengabel aus, die Abwehrstoffe verströmt und Ameisen, Schlupfwespen sowie andere Räuber oder Parasiten vertreibt.
































































