Umbruch und Neuansaat der Bienenweide
Auch in diesem Jahr habe ich Anfang Mai einen Teil der Bienenweide umgebrochen und neu eingesät. Anlass dafür war die zunehmende Verunkrautung. Anders als sonst war diesmal nicht das Gras das Hauptproblem, sondern vor allem Ampfer und Ackerkratzdistel. Beide Pflanzen bilden lange Pfahlwurzeln, in denen sie Energiereserven speichern. Dadurch treiben sie selbst nach dem Abschneiden problemlos wieder aus.
Dazu wurde der bisherige Aufwuchs der Bienenweide zunächst mit dem Grubber bearbeitet und anschließend gepflügt.
Für die Neuansaat habe ich eine Blumenmischung mit mehr als 50 blühenden Arten verwendet, die an die Region angepasst sind.
Wenn in den nächsten Wochen ausreichend Regen fällt, wird die Bienenweide bis zum Spätsommer in voller Pracht stehen.
Auf der Bienenweide
Die Margerite ist im Frühjahr eine der ersten deutlich erkennbaren Stauden in der Bienenweide. Mit ihren weiß-gelben Blüten verwandelt sie die Fläche in ein regelrechtes Blütenmeer.
Die Bienenweide dient jedoch nicht nur Insekten als Nahrungsquelle. Auch Rehe nutzen sie sowohl als Rückzugsort als auch zur Nahrungssuche. Einen schönen farblichen Kontrast zur Margerite bildet der Wiesen-Salbei mit seinen violetten Blüten. Mit seinem Nektar lockt er unter anderem Erdhummeln an.
Mitten im Blütenmeer der Margeriten sitzt eine weiße Spinne und wartet auf ihre Beute. Die veränderliche Krabbenspinne kann ihre Farbe von Gelb bis Weiß anpassen und sich so ihrer Umgebung gut angleichen.
Regungslos verharrt sie auf der Blüte, bis eine Hummel oder Biene in ihre Nähe kommt. Dann greift sie blitzschnell mit ihren kräftigen, langen Vorderbeinen zu, injiziert Gift und saugt ihre Beute aus.
Der graugrüne Scheinbockkäfer wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar. Im Flug erinnert er jedoch fast an einen kleinen Drachen. Der grüne Scheinbockkäfer hingegen fällt vor allem durch seinen glänzenden Körper auf, der im Sonnenlicht besonders schön schimmert.
Die Raupe des Kamillen-Mönchs nutzt nicht nur Kamille, sondern auch die Margerite als Nahrungsquelle. Trotz ihres Namens frisst sie also keineswegs ausschließlich an Kamille.
Das liegt daran, dass Kamille und Margerite zur selben Pflanzenfamilie gehören. Deshalb sind beide Pflanzen für den Kamillen-Mönch und seine Raupen wichtige Nahrungspflanzen.
Die nickende Distel blüht violett und bietet Hummeln sowie gelbbindigen Furchenbienen reichlich Nektar. Auch der Klatschmohn scheint für die Furchenbienen eine attraktive Nahrungsquelle zu sein.
Der Distelfalter ist ein echter Langstreckenflieger. Als ausgewachsener Schmetterling überwintert er in Nordafrika. Da er keinen Frost verträgt, wandert er im Frühjahr in mehreren Generationen über das Mittelmeer und die Alpen bis nach Mitteleuropa.
Zu seinen bevorzugten Nektarquellen gehören Disteln, Lavendel und Rotklee. Offenbar nutzt er aber auch die Margerite als Nahrungsquelle. Außerdem setzt sich der Distelfalter gern auf unbewachsene Flächen, um Sonne und Wärme zu tanken.
Die Binden-Sandbiene und die Grauschwarze Düstersandbiene sind Bodenbrüter. Sie nisten im Freiland in selbst gegrabenen Erdröhren, die bis zu 50 Zentimeter tief sein können.
Bevorzugt werden sandige, lehmige oder lösshaltige Böden an warmen, windgeschützten Standorten.
Rundweg durch die Bienenweide
Damit die Bienenweide in ihrer ganzen Vielfalt nachhaltig erlebt werden kann, habe ich auch in diesem Jahr wieder einen Rundweg mit dem Rasenmähertraktor freigeschnitten. Er soll ausdrücklich dazu einladen, die Bienenweide zu erkunden und auf Entdeckungsreise zu gehen. Der Weg führt durch drei verschiedene Ansaatjahre und bietet einen guten Überblick über die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Fläche.
Den ersten Rundgang und Entdeckungstour habe ich gemeinsam mit einer Gruppe der Uedemer Pfadfinder unternommen. Dabei haben wir zugleich unerwünschte Pflanzen wie Ackerkratzdisteln und Ampfer mit dem Ampferstecher entfernt.
Am Wildbienenhotel
In der Lehmsteilwand, die bislang kaum von Insekten genutzt wurde, habe ich ein auffälliges Gebilde entdeckt. Beim genaueren Hinsehen stellte sich heraus, dass dort eine Schornsteinwespe ihr Nest gebaut hat. Es handelt sich um die Gemeine Schornsteinwespe, die in Nordrhein-Westfalen als gefährdet gilt.
Hinter dem schornsteinartigen Eingang befindet sich eine längliche Kammer. Dort legt das Weibchen ein Ei ab und trägt etwa 20 Rüsselkäferlarven als Nahrung für die spätere Larve ein.
Die Weibchen der Lehmwespen jagen Blattkäferlarven. Diese werden mit Stichen gelähmt und als Proviant für den Nachwuchs in die Brutzelle gebracht.
Sobald die Brutzelle mit ausreichend Nahrung ausgestattet ist, legt das Weibchen ein Ei ab und verschließt die Zelle. Nach dem Schlupf ernährt sich die Larve von dem eingetragenen Vorrat.
Die Maskenbiene ist polylektisch. Das bedeutet, dass sie Pollen nicht nur von einer einzigen Pflanzenart sammelt, sondern von verschiedenen Blütenpflanzen.
Die typische weiße bis hellgelbe Zeichnung am Vorderkopf wirkt wie eine Maske und gab der Gattung ihren Namen. In Deutschland gibt es etwa 39 Arten von Maskenbienen. Da sie meist nur einen rund 1 Millimeter kurzen Rüssel besitzen, sind sie auf leicht zugängliche Blüten als Nahrungsquelle angewiesen.
Die Goldwespe ist ein auffälliger Brutparasit. Sie nutzt die Nester anderer Wildbienen, um dort ihren Nachwuchs unterzubringen.
Sobald eine Biene ihre Brutzelle angelegt hat und kurz abwesend ist, schlüpft die Goldwespe hinein und legt ihr eigenes Ei dazu. Auf diese Weise entwickelt sich ihr Nachwuchs auf Kosten des Wirts.
Am frühen Morgen nutzte eine Hornisse das Bienenhotel für eine kurze Rast. Daneben wartete eine Keulenwespe geduldig am Nistbereich, während sich eine Grabwespe auf dem Rahmen des Bienenhotels paart.










































